Blutdruck (RR) und Puls

1.) Der Blutdruck

1.1) Was ist der Blutdruck?

Der Blutdruck (oft abgekürzt mit „RR“), bestimmt den jeweiligen Druck in den Blutgefäßen. Dieser ist nicht konstant, sondern schwankt permanent zwischen einem oberen (Systolischer Blutdruck) und dem unteren (Diastolischer Blutdruck), der durch die jeweilige Herztätigkeit erzeugt wird. Wenn das Herz das Blut durch die Gefäße in den Körper pumpt, steigt der Druck bis zum oberen Wert an. Wenn das Herz pausiert um sich wieder mit Blut zu füllen, fällt der Druck auf den unteren Wert.

1.2) Die Maßeinheit des Blutdrucks

Die Maßeinheit des Blutdruckes wird in „mmHg“ (Millimeter Quecksilbersäule) angeben. Die Messmethodik geht auf den italienischen Mathematiker und Physiker Evangelista Torricelli (1608 – 1647) zurück. Dieser hatte herausgefunden, dass Flüssigkeiten in einem oben geschlossenen Rohr auf eine bestimmte Höhe gedrückt werden (es entsteht eine Flüssigkeitssäule), wenn man sie mit der Öffnung nach unten in eine Schale mit der gleichen Flüssigkeit stellt.

1.3) Riva Rocci – Die heutige Abkürzung RR für den Blutdruck

Scipione Riva-Rocci (* 7. August 1863 in Almese/Provinz Turin; † 15. März 1937 in Rapallo) war ein italienischer Mediziner, Pathologe und Kinderarzt. Riva-Roccis bedeutendste Leistung ist die Erstbeschreibung einer pneumatischen Armmanschette für ein Quecksilber-Blutdruckmessgerät (1896), das die Weichteile und Arterien des Oberarmes gleichmäßig komprimierte und damit eine einfache indirekte Messung des systolischen Blutdrucks erlaubte. (Quelle: Wikipedia)

Aufgrund seiner Erfindung und heutigen Weiterentwicklung der Armmanchette zur systolischen Blutdruckmessung, wird in Medizinischen- sowie pflegerischen Berufen die Abkürzung RR genutzt, um Blutdruckwerte zu notieren.

1.4) Die Blutdruck-, sowie Pulsmessung mit Armmanchette sowie Stethoskop

Da dies viele einzelne Schritte sind und Bilder/Videos mehr sagen, als viel Text, haben wir auf YouTube einen Pflege Kanal gefunden, der Ihnen die Blutdruckmessung gut darstellt. Weiterhin als „Vorabvideo“, werden einige Grundlagen behandelt, was der Blutdruck ist, warum er gemessen werden sollte usw.

Blutdruck messen - Grundlagen
Blutdruck sowie Puls messen - Praxisbezogen

Im Praxisbezogenen Video möchten wir jedoch von einer seperaten Messung abraten, da dies einfach alles zu viel Zeit kostet. Wenn Sie die Armmanchette angelegt haben und den Puls am Handgelenk suchen, können Sie direkt die Pulsermittlung durchführen. Zu beachten ist auch hier folgendes:

  1. Ist der Puls von vorherigen Werten rhytmisch, messen Sie die Pulsschläge für 15 Sek. und multiplizieren Sie diese mit 4 (für eine Minute).
  2. Ist der Puls von vorherigen Werten arryhtmisch oder Sie messen das erste mal am Bewohner/Klienten, dann ermitteln Sie bitte die Schhläge für 60 Sekunden.

 

2.) Der Puls

2.1) Erklärung

Das Herz erzeugt durch den Blutauswurf (in der Systole) eine Druckwelle in den Blutgefäßen, welche vom Herzen wegführen. Diese „Druckwelle“ verursacht eine mechanische Dehnung des Gefäßes, die man als „Puls (lat. pulsus – der Stoß)“ tasten kann. Der Puls kommt im arteriellen sowie auch im venösen Teil des Gefäßsystems vor, wobei der Venenpuls allerdings deutlich schwächer ist, gegenüber dem arteriellen Puls.

2.2) Frequenz, Rhytmus und Quallität des Pulses

Der Puls wird weiterhin unterteilt, in:

  1. Die Pulsfrequenz: Das ist die Anzahl der Pulsschläge pro Minute
  2. Der Pulsrhythmus: Dies ist die zeitliche Abfolge der Pulsschläge
  3. Die Pulsqualität: Die Art des jeweiligen Pulsschlages, der gefühlt wird (z.B. hart, weich etc.)

Die Pulsfrequenz:
Bei einem gesunden, erwachsenen Menschen schlägt das Herz zwischen 60-80 Schlägen pro Minute. Bei einem Leistungssportler kann die Pulsfrequenz bei 35-50 Schlägen pro Minute schlagen. Dies ist dadurch bedingt, dass das Herz eines Leistungssportler größer ist als bei normalen Menschen und dadurch in der Lage ist, mit einem Herzschlag mehr Blut durch den Körper zu pumpen als ein wenig trainiertes Herz.

Ein Normalpuls bei Senioren kann z.B. auch bei ca. 90 Schlägen in der Minute liegen und ist damit nicht immer pathologisch zu hoch. Dies ist allerdings vom jeweiligen Hausarzt festzulegen.

Der Pulsrhytmus:
Der Pulsrhytmus wird differenziert und beschreibt die zeitliche Abfolge der Pulsschläge, welche aufeinander folgen. Ist die Reihenfolge gleich, spricht man von einem rhytmischen Puls, andernfalls von einem arrythmischen Puls.

Ein Arrythmie kann patologische Ursachen haben, z.B. unterschiedliche Herzerkrankungen, Elektrolytverschiebungen im Blut oder auch Hormonstörungen durch die Schilddrüse.

Weiterhin Arrythmien unterschieden, mit zu langsamem Herzschlag (Bradykardien und Bradyarrythmien, z.B. bei Vorhofflimmern mit Herzfrequenzen unter 60 Schlägen pro Minute) von solchen mit zu schnellem Herzschlag (Tachykardien oder Tachyarrhythmie bei gleichzeitiger Unregelmäßigkeit des Herzrhythmus, z.B. in Folge eines Vorhofflimmerns mit einer Herzfrequenz über 100 Schlägen pro Minute).
Herzschläge, die außerhalb des normalen Herzrhythmus auftreten, bezeichnet man als Extrasystolen. Darüber hinaus gibt es auch den Bigeminus-Puls, auch als „Zwillingspuls“ benannt, welcher mit einer Doppelschlägigkeit einhergeht.

Die Pulsquallität:
Bei der Pulsquallität handelt es sich um ein subjektives Beobachtungskriterium des Pulses, dessen Beurteilung Erfahrung und Übung erfordert. Hierbei wird durch Tasten oberflächlicher Arterien, feststellbaren Eigenschaften des Pulses bezeichnet, die mögliche Informationen über den Zustand des Herz-Kreislauf-Systems liefern können.

Die Pulsquallität wird grob unterschieden, in:

  • Normale Pulsquallität
    Der Puls ist gut tastbar, das Blutgefäß ist normal gefüllt mit einer weichen Gefäßspannung
  • Weicher Puls
    Der Puls ist schwerer zu tasten, bei einem normal gefüllten Blutgefäß sowie einer weichen Gefäßspannung. Mögliche Ursachen können z.B. sein: Niedriger Blutdruck, Herzmuskelschwäche
  • Harter Puls
    Der Puls ist sehr hart, bei normal gefüllten Blutgefäßen aber mit harter Gefäßspannung. Mögliche Ursachen können z.B. ein erhöhter Blutdruck sein.
  • Druckpuls
    Der Puls ist gut tastbar, allerdings ist die Pulsfrequenz verringert bei einem hartgefüllten Blutgefäß mit harten Gefäßspannung. Der Druckpuls tritt meist im Zusammenhang mit einem erhöhten Hirndruck auf.
  • Fadenförmiger Puls
    Der Puls ist schlecht tastbar mit meist hoher Pulsfrequenz. Die Gefäßspannung ist weich und die Blutgefäße schwach gefüllt. Mögliche Ursachen können z.B. sein: Schockzustand, hoher Blutverlust oder ein Kollaps.

Weiterhin muss neben der Pulsfrequenz, dem Pulsrhytmus sowie der Pulsquallität geschaut werden, wie sich dieser zur vorherigen, körperlichen Aktivität definiert. Grob unterscheide man zwischen:

  • Dem „Ruhepuls“, dem „Trainingspuls“ sowie dem „Maximalpuls“.

2.3) Messung des Pulses

Der Puls kann an verschiedenen Körperstellen genommen werden. Im Folgenden eine kleine Auflistung:

Der bekannteste und einfachste Ort ist am Handgelenk, genauer gesagt an der „Arteria radialis“. Dieser wird auch „Radialispuls“ genannt.

  • Am Hals (= Carotispuls), wird an der „Arteria Carotis“ gemessen.
  • An der Schläfe (=Schläfenpuls), dieser wird an der „Arteria temporalis“ gemessen.
  • In der Axelhöhle (=Axillarpuls), dieser wird an der „Arteria axillaris“ gemessen.
  • Am Ellebogen (=Brachialispuls), dieser wird an der „Arteria brachialis“ gemessen.
  • In der Leiste (=Femoralispuls), dieser wird an der „Arteria femoralis“ gemessen.
  • In der Kniekehle (=Popliteapuls), dieser wird an der „Arteria poplitea“ gemessen.
  • Am Fußrücken (=Fußpuls), dieser wird an der „Arteria dorsalis pedis“ gemessen.

Es gibt noch weitere Orte, allerdings reicht meist der am Handgelenk aus. Sollte allerdings „KEIN“ Puls zu messen sein, spricht man von einem Pulsverlust (dem wichtigsten klinischen Zeichen eines Kreislaufstillstandes!)

Wichtig bei einer Pulsmessung: Der Puls darf nicht mit dem Daumen gemessen werden, da Ihr eigener Daumenpuls so hoch ist, sodass Sie den Puls des anderen nicht adäquat tasten und somit messen können. Weiteres auch im Punkt „1.4) Die Blutdruck-, sowie Pulsmessung mit Armmanchette sowie Stethoskop“

 


 

 

War dieser Artikel für Sie hilfreich?

Hinterlassen Sie einen Kommentar