Die Krankheitslehre (Nosologie)

1.) Begriffsbestimmung

Die Krankheitslehre oder Nosologie (griechisch: „Nosos“ – Krankheit und „Logos, logie“ – Wort, Lehre), beschreibt, sytematisiert und klassifiziert Krankheiten.

2.) Krankheitslehre

  • Beschäftigung mit Ursachen und auslösenden Faktoren einer Erkrankung (Ätiologie)
  • Leidensentstehung (Pathogenese)
  • Befassen mit Symptomatiken (Symptome)
  • Komplikationen
    Komplikationen sind sekundäre Ereignisse. Einerseits muss abgewogen werden, ob zusätzliche Probleme bei diesem Krankheitsbild allgemein oder anhand der Symptome entstehen, z.B. ob weitere Erkrankungen parallel enstehen können oder enstanden sind (diese stehen meist im engen zeitlichen Zusammenhang mit der Ersterkrankung).
  • Prognose
    Eine Prognose bezieht sich auf statistischen Erkenntnissen (oder individuell auf persönlichen Erfahrungen) und kann den Verlauf sowie den Abschluss einer Erkrankung beschreiben.
  • Therapie
    Im Medizinischen werden unter „Therapie“ alle Maßnahmen zur Behandlung einer Krankheit verstanden. Unterschieden werden Therapien nach Techniken (=konservative und operative Therapien) sowie nach Zielen (=kurative, palliative, kausale, symptomatische oder supportive Therapien).
  • Diagnose
    Eine Diagnose ermöglicht die genaue Zuordnung von Symptomen und Befunden zu einem bestimmten Krankheitsbegriff. Unterschieden wird zwischen gesicherten- und Verdachtsdiagnosen (s. auch „Differentialdiagnostik“).
  • Festlegen einer Definition:
    Hierbei wird eine möglichst eindeutige, aber kurzgefasste Begriffsbestimmung und Abgrenzung gegenüber anderen Krankheiten als Definition festgelegt.

3.) Mögliche Krankheitsverläufe

Unabhängig davon um welche Erkrankung es sich handelt, gibt es 5 Punkte, wie der Körper im Verlauf reagiert.

  1. Vollständige Ausheilung einer Krankheit oder Verletzung (lat. „restitutio ad integrum“):
    Hierbei kommt es zu einer Wiederherstellung des vor der Erkrankung vorhandenen Zustandes.
  2. Defektheilung:
    Unter einer Defektheilung wird eine Besserung des Gesundheitszustandes (nach einer Erkrankung) verstanden, die jedoch nicht zu einer vollständigen Wiederherstellung der Gesundheit führt und meist Residuen bestehen bleiben.
  3. Rezidiv:
    Unter Rezidiv wird ein „Wiederaufflackern“ einer Erkrankung nach einem beschwerdefreien Intervall (Zeitabschnitt) verstaden.
  4. Chronifizierung:
    Unter einer Chronifizierung im medizinischen Sinn wird ein Zustand verstanden, in dem eine Krankheit nicht mehr ausheilt oder die Krankheitsursache nicht beseitigt werden kann.
  5. Dekompensation:
    Bei einer Dekompensation (vom lat. decompensatio) handelt es sich um eine Entgleisung. Hier befindet sich der Organismus in einem Erkrankungszustand, der nicht mehr ausgeglichen werden kann.

 
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